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Zeetahs kleine Verkäuferschule

Ich weiß nicht, wie oft ich Herrchen mit ins Einkaufszentrum genommen habe, bis er es endlich begriffen hat. Gestern oder heute war es wohl endgültig soweit.  Dabei passiert immer dasselbe, ob wir in das Bürofachgeschäft, die Apotheke oder sogar die Postfiliale gehen. Die Verkäufer/-innen fragen Herrchen jedesmal, ob sie mir etwas geben dürfen. Dürfen!

Und dann zaubern sie von irgendwo eine Dose Hundekekse hervor, reichen mir einen und freuen sich, wenn ich ihn vor ihren Augen auffuttere. Häufig genug bleibt es nicht bei einem. Mein Rekord in der Apotheke liegt bei fünf Joghurt-Drops, und gestern in der Post habe ich einen richtig schönen langen Kaustreifen bekommen. Die Verkäufer/-innen lächeln mir zu, und auch die Kunden entspannen sich gleich.
Jedesmal im Einkaufszentrum ...
Was haben sie von mir bekommen? Keine Leistung. Ein gutes Gefühl. Guck dir die Menschen an, den ganzen Tag sind sie hinter nichts anderem her als einem guten Gefühl. Bei allem was sie tun, bei allem was sie kaufen: Sie wollen ein gutes Gefühl für ihr Geld. Möglichst viel gutes Gefühl, sie können gar nicht genug davon bekommen.
ein gutes Gefühl
Bestimmt kennst du den Bibelspruch: Geben ist seliger denn nehmen. Aber geben kannst du doch nur, wenn da auch einer ist, der was nimmt.  Und da weist Herrchens Freund Georg auf einen entscheidenden Unterschied hin: den Unterschied zwischen wegnehmen und annehmen. Wegnehmen ist pfui, annehmen ist toll.

Georg erzählt dann gern von dem Kartoffelbauern auf dem Wochenmarkt, der ihm immer noch ein paar Kartoffeln reinwirft in die Tüte, nachdem das Zielgewicht schon erreicht ist. Gegenüber steht ein Kollege, der wirft immer zu viele Kartoffeln in die Tüte rein und nimmt dann wieder welche aus der Tüte raus, um genau den Eichstrich auf der Waage zu treffen. Bloß keinem Kunden was schenken. Und jetzt rate mal, an welchem Stand die Schlange steht, und welcher Händler viel Zeit hat, die Zeitung zu lesen.
geben und nehmen
Herrchen sagt, dass du, lieber Leser, dich jetzt bestimmt fragst, warum ich dir das erzähle. Das glaube ich nicht. Ihr Menschen seid doch immerzu damit beschäftigt, euch selbst oder irgend etwas, was ihr gerade anzubieten habt, zu verkaufen. Ist doch ganz klar, wie man das richtig macht, oder? So, dass die Leute kommen, wenn sie dich sehen, und sich freuen, wenn sie dir was geben dürfen. 

Nicht weil du so verhungert aussiehst (habe ich versucht, glaubt mir kein Mensch). Oder weil du schwitzt und prustest vor Anstrengung - dann denken sie nur gleich an ihren eigenen Stress und fühlen sich nicht mehr wohl.

Nein: weil du so viel Freude ausstrahlst und weil es so viel Spaß macht, dich lächeln zu sehen. Lächeln energetisiert, habe ich neulich gehört. Den Sender und den Empfänger. Na prima. Hunde lächeln mit dem ganzen Körper. Da sind wir euch mal wieder über.

Aber dir wird schon was einfallen, wie du deine Unwiderstehlichkeit rüberbringen kannst, oder? Wenn du dazu Ideen brauchst, frag einfach deinen Hund. Auf einem längeren Spaziergang wird er dir schon das Nötige beibringen. Halt einfach die Augen und Ohren offen, wenn du mit ihm unterwegs bist.

Bestimmt lernst du schneller als mein Herrchen ;-) .
Du weißt schon ...


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